Starkregenereignisse – auch Biberdamm am Goldbach beschädigt

Durch die beiden Gewitter am Nachmittag und Abend des 24.07., die Starkregen mit sich brachten und den Goldbach anschwellen ließen, wurde auch der von Bibern auf dem Wehr aufgesetzte Damm durch die Strömung teilweise eingerissen.
Die Stauhöhe hat sich dadurch wieder um ca. 50 cm, auf das normale Maß, reduziert.
Wir werden in Kürze sehen können, ob noch Biber vor Ort sind und ihren Damm wieder reparieren.

Biberdamm nach dem Hochwasser, von der Brücke aus fotografiert

“Wasserstandsmeldung”

Das Wetter in diesem Jahr war bislang etwas außergewöhnlich. Ein vergleichsweises kühles Frühjahr, nun zwischendurch immer wieder ausgedehnter Regen im Sommer.
Für die Wälder und die Landwirtschaft bringt dies ausreichend Feuchtigkeit, nach mehreren eher trockeneren Jahren.
Für uns Angler bedeutet dies, dass wir uns an die jeweiligen Wasserverhältnisse anpassen oder gar eine Pause einlegen müssen.
Nach einer Phase mit niedrigem Pegel und klarem Wasser im April, kam es häufiger zu höheren Wasserständen und Eintrübung, bis hin zum einem kleinen Hochwasser aktuell.
Vielen kennen das noch von früher. Vor einem Gewitter “laufen” die Aale, bei steigendem Wasser beißen die Fische im Allgemeinen besser. Warum nicht mal “im Trüben” fischen, z.B. auf Waller. Die lichtscheuen, sonst überwiegend nachtaktiven Fische, lassen sich bei leicht erhöhtem trüben Wasser ggf. auch tagsüber fangen.
Ein Vorteil der Witterung ist, dass man nun nachts Tauwürmer sammeln kann, was bei Trockenheit deutlich schwieriger ist. Wenn im Garten viele Nacktschnecken auftreten, können diese in der Jagst entsorgt werden, die Fische fressen diese.


Die meisten Wasservögel haben die Brut bereits hinter sich, konnten sich vor dem Hochwasser in Sicherheit bringen. Für viele anderen Tiere, insbesondere auch Fischlaich und frisch geschlüpfte Brütlinge, bedeutet das jedoch leider größere Verluste.

Fischbeobachtungen

Bei dem sonnigen Wetter und recht klarem Wasser lassen sich aktuell die Fische gut beobachten. Die im April besetzten Schuppen- und Spiegelkarpfen fühlen sich scheinbar wohl, ich konnte vorhin insgesamt ca. 30 Stück beobachten, u.a. diese vier Stück neben Seerosen.

Karpfen beim Sonnenbad

Auch zwei Trupps Nasen konnte ich beobachten, einer mit ca. 50 Fischen von 30-40 cm Länge, der andere mit ca. 20 Fischen von 20-25 cm Länge.

Nasen beim Abweiden der Algen

Erste diesjährige Fischbrut

Die ersten winzigen Fischlein, die in diesem Frühjahr geschlüpft sind, können beobachtet werden. Nah am Ufer, in Bereichen mit wenig und gleichmäßiger Strömung, sind diese nahe an der Wasseroberfläche in kleinen Schwärmen zu sehen. Dottersäcke sind komplett aufgebraucht, nun fressen diese Plankton um zu überleben und zu wachsen.

Aufgrund der kühlen Temperaturen sind diese Jungfische 2-3 Wochen später als in den vergangenen Jahren, da sowohl das Ablaichen später erfolgte, als auch die Eientwicklung langsamer war.

Hoffen wir auf einen zahlreichen Nachwuchs aus Eigenreproduktion unserer Jagstfische.

Sonntag, 09.05.: Es sind schon deutlich mehr Brütlinge zu sehen.

Kormoran mit großer Beute

Heute nachmittag konnte ich von der Brücke in Dörzbach aus einen Kormoran beobachten, der sich minutenlang bemühte seine recht große Beute zu verschlingen. Er hat es letztendlich geschafft den über 30 cm langen Fisch zu schlucken. Wegfliegen konnte er mit dem vollen Magen aber scheinbar nicht mehr. Er ist ans Ufer geschwommen und hat sein Gefieder getrocknet. Fast an der gleichen Stelle haben dann noch zwei Gänsesäger gejagt.
Leider hatte ich nur das Smartphone dabei.

Biber – aktiv

Auf Höhe des alten Sportplatzes in Dörzbach, von der Klepsauer Straße aus gut einsehbar, wurde in den letzten Wochen eine Weide von einem Biber zunehmend angenagt.
Am 29.12. habe ich spätnachmittags eine Wildkamera angebracht, um den fleissigen Biber aufzunehmen bzw. auch das Fallen des Baumes festzuhalten.
Leider hat die Wildkamera nur einmal ausgelöst als der Biber am Baum war. (Der Auslöser regiert auf Infrarotstrahlung, das gut isolierende Biberfell hat scheinbar dafür gesorgt, dass keine ausreichenden Temperaturunterschiede vorhanden waren).
Diese Weide ist in der Nacht auch gefallen. Der Biber arbeitet immer noch regelmäßig daran und nagt nun die Rinde ab.

Weide – bereits stark angenagt
Biber
Biber am Arbeitsplatz
Weide umgelegt

Biber – fleissig am Nagen

In den letzten Wochen haben die Biber insbesondere im Bereich zwischen Badeplatz Dörzbach und Biotop mehrere Weiden an- bzw. umgenagt.
An sich ein völlig natürlicher Vorgang, die in die Jagst gefallenen Bäume sind auch Unterstände für Fische (Totholz).
Allerdings können die umgelegten Bäume bei Hochwasser evtl. Schäden an Brücken und Kraftwerken hervorrufen.
Damit nicht alle Bäume in den nächsten Wochen fallen, insbesondere die schattenspendenden, die über das Wasser hängen, werden wir einen Teil davon mit Maschendraht schützen. Dies ist mit dem zuständigen Biberbeauftragten abgestimmt.
Weiterhin haben wir diverse Weiden-Stecklinge eingebracht, damit das Ufer wieder durch deren Wurzelwerk befestigt wird und die Biber in einigen Jahren auch noch etwas zum Fressen finden.

Corona -LockDown light

Leider brauchen wir wieder Einschränkungen den öffentlichen Lebens, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.
Angler können aber nach wie vor ihrem Hobby in der freien Natur nachgehen.

Der bislang milde Herbst mit normalen Wasserverhältnissen bietet noch gute Gelegenheit Friedfische wie Karpfen zu fangen, solange die Wassertemperaturen über 8 °C liegen, und Döbel, die auch im Winter noch Nahrung aufnehmen.
Aufgrund des Absterbens der Unterwasserpflanzen kann den Raubfischen wie Hecht und Barsch mit Wobbler, Spinner, Blinker und Gummifisch leichter nachgestellt werden.

Im klaren Wasser sind die Fische mit Polarisationsbrille teilweise gut zu beobachten, z.B. von der Brücke in Dörzbach. Auch der Lauf oder das Führen der Kunstköder kann beobachtet und optimiert werden. Nutzen Sie das aus!

Neben dem möglichen Fangerfolg gibt es wunderbare Herbstfarben zu geniessen und Begegnungen mit Eisvogel und anderen seltenen Tieren.