Verwertung von „großen“ Karpfen

Viele Angler setzen Karpfen nach dem Fang zurück, falls diese eine gewisse Größe (z.B. 4-5 kg) überschritten haben.
Die Begründungen hierfür sind unterschiedlich:
– Zu alt, schmecken nicht mehr
– In der Größe kann ich die nicht zubereiten
– Kapitale Fische im Gewässer sind attraktiv
– Diese Fische sollen Ablaichen und damit den Bestand erhalten
Wenn man sich damit näher beschäftigt, sind die Argumente wenig stichfest:
– Zumindest in sauberen Fließgewässern ist der Geschmack der großen Karpfen ähnlich gut wie der von Portionskarpfen, hängt eher von der Jahreszeit und Wasserbedingungen ab.
– Als Filet, wegen der Zubereitungszeit nach Stärke sortiert, lassen sich diese gut verwerten. Es gibt dabei fast grätenfreie Stücke. Oder auch als Karpfengulasch zubereiten. Aus der Karkasse lässt sich Fischfond oder Fischsuppe zubereiten.
– Catch&Release, das vorsätzliche Fangen und Zurücksetzen ist aus Tierschutzgründen generell verboten und nicht waidgerecht.
– Falls die Karpfen im Gewässer überhaupt ablaichen (Wassertemperatur, überzüchtet, ….), kommt der Laich bzw. die Brut aufgrund fehlender Randbedingungen (Laichsubstrat, Plankton) kaum durch.
Für das Bewirtschaften eines Gewässers ist es sinnvoller Karpfen möglichst als drei oder vierjährige Fische zu entnehmen, anstelle überwiegend große Karpfen zu halten.
Einerseits verenden die Karpfen irgendwann aus natürlichen Gründen, andererseits ist der Biomassezuwachs mit steigendem Alter geringer.
Einige ältere Fische kommen in jedem natürlichen Gewässer vor, u.a. weil gefangene und zurückgesetzte Fische scheuer werden. Durch diese Altersstruktur wird auch das Nahrungsangebot optimal ausgenutzt, da hinsichtlich Art und Größe des Futters Unterschiede gegeben sind (Muscheln, Umdrehen von Steinen, …).

Also nächstes Jahr einfach einmal ausprobieren, diese Fische auch verwerten!

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